Über Uns

Am 28. Januar 2020 wurde die erste COVID-19 Infektion in Deutschland nachgewiesen. Nachdem im März 2020 die Krankheitswelle von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einer Pandemie erklärt wurde, war es nicht verwunderlich, dass die Stadt Passau am 20. März 2020 ein Anlegeverbot für Hotelgastschiffe verfügte: Die Krankheit war neuartig, die genauen Infektionswege ungeklärt. Selbstverständlich mussten die Menschen vor einer unkontrollierten Ausbreitung der Krankheit geschützt werden. Die Maßnahmen waren richtig und haben vermutlich viele Menschenleben gerettet.

Seit März hat sich jedoch vieles verändert. Wir wissen mehr über die Krankheit und über die Infektionswege. Die bereits vor der Pandemie hervorragenden Kapazitäten der Intensivmedizin in Deutschland wurden weiter ausgebaut. Zu dramatischen Verhältnissen, wie wir sie in anderen Ländern beobachten mussten, ist es in Deutschland nicht gekommen. Das Gesundheitssystem wurde erfolgreich vor einer Überlastung bewahrt.

Nun muss man also mit dem Virus leben, wie die Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel wohl zutreffend festgestellt hat. Bis ein Impfstoff oder ein Medikament gefunden ist. Doch wie lebt man mit einer potentiell tödlichen Gefahr? Schottet man sich ab oder versucht man das normale Leben soweit es geht wieder herzustellen?

Die Stadt Passau scheint den ersten Weg zu gehen. Und nimmt dabei in Kauf, dass sie sich selbst zerstört. Ganz ohne Hilfe von Corona.

Gästeführer kennen ihre Stadt. Wir haben ihre Geschichte studiert. Wir kennen ihre Straßen und Menschen. Wir sind ihre Bürger und Fürsprecher.

Seit Wochen sehen und hören wir das Leid der Gewerbetreibenden, Cafébetreiber, Einzelhändler, Gastronomen, Künstler, Dienstleister und Zulieferer der Altstadt und darüberhinaus. Eine Stadt, die vom Tourismus lebt, kann nicht überleben, wenn sie sich abschottet.

Zuerst kam Corona und legte praktisch jeden Betrieb in Passau lahm. Das Leben kam zum Stillstand. Die Maßnahmen waren richtig und haben ihr Ziel, das Gesundheitssystem zu schützen, erreicht.

Nun aber zeigt sich eine neue Gefahr auf. Es ist nicht die unsichtbare Bedrohung des Virus, gegen das wir nach wie vor kämpfen, sondern die unverhältnismäßigen Eingriffe des Staates in das Leben ihrer Bürger.

Das unreflektierte und pauschale Anlegeverbot für Hotelgastschiffe, mit dem die Stadt Passau an der ganzen Donau alleine dasteht, das Schließen der städtischen Museen am Wochentag, weil unsere Museen angeblich nur für Einheimische da sind und diese nur am Wochenende Zeit haben und die allgemeine tourismusfeindliche Stimmung in einer Stadt, die ganz wesentlich vom Tourismus lebt, kann nicht länger schweigend hingenommen werden.

Dafür stehen wir auf. Für Passau. Für uns alle.

Für eine lebendige und offene Stadt.

Initiatoren

Sabine Tham
Gästeführerin
Francis J. G. Murk Jansen
Gästeführer